27. April 2019 ARMIN ON BIKE

Forschung hautnah erlebt | Mit dem AIT Austrian Institute of Technology am Tag der Verkehrssicherheit in Wien

Peter Saleh explaining MoProVe | Photo: Armin Hoyer - arminonbike.com

Wien | Österreich – Der Tag der Verkehrssicherheit am Wiener Karlsplatz war mit 4.000 Besuchern die erfolgreiche Auftaktveranstaltung zu einer Sicherheitstour durch ganz Österreich. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) veranstaltete gemeinsam mit der Polizei und zahlreichen namhaften Partnern diesen Tag zum Thema Unfallprävention. Das AIT Austrian Institute of Technology präsentierte erstmals einer breiten Öffentlichkeit seine Hightech-Messfahrzeuge zur Steigerung der Sicherheit auf Österreichs Straßen…

Das AIT Austrian Institute of Technology ist das größte außeruniversitäre Forschungsinstitut Österreichs. Die Forscher am AIT Center for Mobility Systems setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, wie die Verkehrsinfrastruktur zur Steigerung der Sicherheit auf Österreichs Straßen beitragen kann. Am Tag der Verkehrssicherheit am Wiener Karlsplatz präsentierten sie dem interessierten Publikum zwei Spezialfahrzeuge der Messflotte, die zur Erhebung der erforderlichen Daten im Straßennetz eingesetzten werden und beantworteten zahlreiche Fragen zu den laufenden Forschungsprojekten.

Das Messmotorrad „MoProVe (Motorcycle Probe Vehicle)”

Das Herzstück des Projekts ViaMotorrad unter der Leitung von Research Engineer DI Klemens Schwieger ist eine KTM 1290 Super Adventure, die unter Anleitung von Projektinitiator und Senior Research Engineer am AIT Austrian Institute of Technology DI Peter Saleh in Kooperation mit der TU Wien unter der Leitung von Universitätsprofessor DI Dr. Horst Ecker vom Institut für Mechanik und Mechatronik zum Messmotorrad umgebaut wurde.

Laut dem TU-Professor wurde in das bereits serienmäßig mit viel Messtechnik ausgerüstete Motorrad in Kooperation mit dem AIT Austrian Institute of Technology zusätzliche Messtechnik eingebaut. Dies sei erforderlich gewesen, um die Messaufgabe auf Motorradstrecken, insbesondere auf jenen die Unfallhäufigkeit aufweisen, mit Hilfe von Messfahrten erfüllen und entsprechend auswerten zu können.

Ein Blick in die beiden Seitenkoffer der KTM 1290 Super Adventure zeigt die geballte Technik des Fahrzeuges. Das blaue Messequipment (VBOX) im linken Seitenkoffer ist ein Messsystem von Racelogic. Es sammelt auf verschiedenen Kanälen die Fahrdynamik- und Positionierungsdaten. Ein Interface zum CAN-Bus, den serienmäßig im Fahrzeug verbauten Sensoren, ist ebenfalls vorhanden, um auch diese Daten in die Messungen einbeziehen zu können. Im rechten Koffer ist speziell für Motorräder designte Messtechnik verbaut. Die beiden Kameras im vorderen Teil des Motorades zeigen auf das Vorderrad, um dessen Position in der Fahrbahn ständig zu erfassen.

Das neue Messfahrzeug „RoadLab (Road Laboratory for High Performance Measurement)“

Das neue, erstmals präsentierte Messfahrzeug „RoadLab“ ist genau zwischen dem bestehenden Messmotorrad „MoProVe“ und dem Mess-LKW „AIT RoadSTAR“ angesiedelt und stellt damit eine optimale Ergänzung der Messflotte dar. Im Gegensatz zum RoadSTAR ist das RoadLab aufgrund der geringeren Größe auch für untergeordnete Straßen und den städtischen Bereich geeignet.

Laut dem Verkehrssicherheitsexperten DI Peter Saleh zeichne der Lasersensor dieses Fahrzeug besonders aus, da dieser in der Lage sei, hochpräzise die Oberfläche der Straße sowie die Umgebung abzuscannen. Darüber hinaus verfüge der das Fahrzeug über ein Kamerasystem und diverse weitere Sensoren, die das Umfeld der abgefahren Strecke beobachteten. Dazu zählten zum Beispiel Leitschienensysteme, Betonleitwände und Grünstreifen rechts und links von der Straße.

Zentral relevant sei für das AIT Center for Mobility Systems laut Aussage des Forschers die Aufnahme der Trassierung, sprich die Vermessung der Trasse. Dies mache das neue RoadLab besonders speziell, da die Messdaten aus dem Laserscan dafür verwendet werden könnten, die Trasse in einer Simulation in der virtuellen Welt abzubilden. Das Ergebnis sei deshalb so aussagekräftig, weil damit die Straßengeometrie mit allen Unebenheiten exakt abgebildet werden könne.

Mit dem Servicepaket SAFE bietet das AIT Austrian Institute of Technology die gewonnen Daten und Erkenntnisse Straßenbetreibern an, deren zentrales Ziel es ist, die Verkehrssicherheit in ihrem gesamten Straßennetz zu steigern. Mit umfangreichen Analysen werden das Unfallrisiko für bestehende und geplante Straßen zuverlässig bewertet und Maßnahmen zur Reduktion von Unfällen entwickelt.

Text, Fotos und Videos: Armin Hoyer – arminonbike.com

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