7. Juni 2019 ARMIN ON BIKE

Villacher Alpenstraße | Mit der edlen MV Agusta Turismo Veloce 800 Lusso SCS auf den Dobratsch

MV Agusta Turismo Veloce | Photo: Armin Hoyer - arminonbike.com

Villach | Kärnten – Die Villacher Alpenstraße führte mich auf einer Länge von 16,5 Kilometern in den Naturpark Dobratsch. Begleitet vom Panoramablick über die Julischen Alpen und Karawanken ging es auf kurviger Strecke bis auf 1.732 Meter Seehöhe. Als sportlicher Tourer war die MV Agusta Turismo Veloce die optimale Begleiterin für diesen genussvollen Trip…

Nachdem ich die sportlicheren MV Agusta-Modelle F3 und Brutale bereits getestet hatte, war diesmal die Turismo Veloce 800 Lusso SCS des italienischen Motorradherstellers aus Varese an der Reihe. Am Vormittag holte ich das außergewöhnliche Bike von MV Agusta Austria bei Zweirad Ginzinger in Villach ab. Der Filialleiter Manuel erklärte mir kurz die Besonderheiten des Tourers. Sehr gespannt war ich dabei schon auf das neue Kupplungssystem „SCS“, das sogenannte „Smart Clutch System“.

LOSFAHREN WIE VON GEISTERHAND

Ich hatte schon einiges darüber gelesen und tatsächlich funktionierte es, wie beschrieben. Nach Starten des Motors und Einlegen des ersten Gangs war die Betätigung des Kupplungshebels nicht mehr erforderlich. Noch im Stand konnte ich diesen wieder loslassen und wie von Geisterhand ganz ohne wegfahren. Im Stop-and-go-Verkehr Richtung Villacher Alpenstraße bemerkte ich gleich die Vorzüge des Systems.

Die gemeinsam mit dem US-amerikanischen Kupplungsexperten Rekluse in zweijähriger Kooperation entwickelte Halbautomatik erlaubt das Anfahren und Stehenbleiben ohne Kupplungsbetätigung. Dies funktioniert aufgrund des Fliehkraftprinzips, durch das sich der Kraftschluss mit steigender Drehzahl erhöht und im Gegenzug wieder senkt. Da daher bei abgestellten Motor kein Gang eingelegt werden kann, sorgt eine Feststellbremse direkt neben dem Fußbremshebel für sicheren Stand an Steigungen.

TRAUMBIKE MV AGUSTA IM NATURPARADIES DOBRATSCH

Nach der Mautstelle in Villach-Möltschach gewann ich in den ersten Kehren schnell an Höhe. Die Turismo Veloce ließ sich Dank des Quickshifter EAS 2.0 zügig hochschalten. Ganz wird einem der Schaltvorgang mit dem SCS nicht abgenommen, was mir persönlich aber ganz recht ist. Der Dreizylinder mit 798 cm³ Hubraum und 110 PS Leistung ist in Verbindung mit 192 kg Trockengewicht für einen sportlichen Tourer eine mehr als ausreichende Motorisierung. Der Tankinhalt von 21,5 Litern ermöglicht auch auf längeren Touren eine vernünftige Reichweite.

Dann bot sich mir erstmals ein beeindruckender Panoramablick, die Oberkärntner Stadt Villach lag direkt unter mir. Weiter schlängelte sich die Villacher Alpenstraße durch grüne Wälder bis zur nächsten Aussichtsplattform. Dort hatte ich auf 1.305 Metern Seehöhe einen imposanten Blick auf das Drei-Länder-Eck Österreich-Slowenien-Italien. Weiter ging die im Naturpark Dobratsch gelegene Straße vorbei am Alpengarten mit rund 800 alpinen Pflanzen zur Aussichtsplattform „Rote Wand“ mit wunderbarer Fernsicht auf Karawanken und Julische Alpen.

KÄRTNER KASSNUDELN MIT GEBIRGSBLICK

Nach einigen weiteren Kurven lichtete sich der Wald und ich erreichte nach Kehre 7 den Berggasthof Aichingerhütte, von dessen Garten aus sich ein weiterer wunderbarer Panoramablick bot. Aufgrund ihres geringen Gewichts und der angenehmen Sitzposition war es ein echter Genuss, die Turismo Veloce durch die vielen Kurven hier herauf zu steuern. Alles in allem ein sehr wendiges und handliches Bike. Lediglich die Sitzhöhe von 850 mm stellte für mich mit meinen 178 cm im nicht ganz ebenen Gelände manchmal eine gewisse Herausforderung dar. In erster Linie aber deshalb, weil ich oft anhielt und abstieg, um die tollen Eindrücke für Euch fotografisch festzuhalten.

Jetzt waren es nur noch wenige 100 Meter bis zum Ende der 16,5 Kilometer langen Alpenstraße. Nach 116 Kurven und 1.200 Höhenmetern hatte ich die Rosstratte auf 1.732 Metern erreicht, die einen herrlichen Rundblick über die umliegende Gebirgslandschaft bot. Von hier dauert eine Wanderung zum Dobratsch Gipfel auf 2.167 Metern rund 1,5 Stunden. Auf der Terrasse des Bergrestaurant „Die Rosstratten“ stärkte ich mich mit echten Kärntner Kasnudeln, bevor ich die beeindruckende Straße am Weg zurück zu Zweirad Ginzinger Villach noch einmal genießen durfte.

Text und Fotos: Armin Hoyer – arminonbike.com

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