19. April 2022 ARMIN ON BIKE

Elektrisierender Ritt | Mit der neuen Zero FXE auf die Sophienalpe

Zero FXE at Sophienalpe | Photo: Dagmar Berger

Wien – Im vergangenen Herbst erhielt ich als erster Blogger der DACH-Region die Gelegenheit, die neue, rein elektrisch angetriebene Supermoto Zero FXE zu testen. Am Stadtrand von Wien konnte ich einen ersten Eindruck gewinnen, was die Neue so draufhat. Der Start in die diesjährige Motorradsaison ist der beste Zeitpunkt, Euch davon zu berichten…

Beheimatet im 14. Wiener Bezirk sind die 2 Rad Helden der Spezialist für einspurige Elektrofahrzeuge. Im neuen Gebäude von ÖAMTC Wien-West in der Hadikgasse, direkt an der Westausfahrt, wird neben den führenden Elektromotorrädern von Zero Motorcycles und Energica eine breite Palette an E-Mopeds, -Bikes und -Scootern angeboten. Ich durfte mir die brandneue Zero FXE ZF 7.2 Modelljahr 2022 nach kurzem Fachsimpeln mit Aydin und Hanno für ein paar Stunden ausborgen. Sie hatte zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 8 Kilometern am Tacho und war damit brandneu.

LEICHTIGKEIT DES SEINS

Mit Dagmar am Rücksitz machte ich mich auf den Weg zur Höhenstraße. Sofort fiel mir die außergewöhnliche Handlichkeit der FXE auf, die nicht zuletzt am geringen Gewicht von 135 Kilogramm lag. Das machte die Fahrt hinaus aus der Stadt auch im dichten Berufsverkehr zum Vergnügen. Nach der 30er-Zone in der Hüttelbergstraße konnte ich die Zero erstmals ein wenig zum Leben erwecken. Die 106 Newtonmeter rein elektrisches Drehmoment reißen gewaltig an und zeigten sich auch vom Soziabetrieb völlig unbeeindruckt. Kaum zu glauben, dass wir auf einem 11 kW-Motorrad saßen, das bereits ab dem 16. Lebensjahr mit dem A1-Führerschein gelenkt werden darf. Eine weitere Möglichkeit ist der B-Führerschein mit Code 111, den man ohne Prüfung nach dem Absolvieren einer kurzen, praktischen Schulung eintragen lassen kann.

BESCHLEUNIGUNG PUR

Beim Schwarzenbergpark bogen wir im Kreisverkehr links auf die Exelbergstraße ab. Bald waren die ersten Spitzkehren erreicht und die FXE zeigte mit ihrer Pirelli Diablo II-Bereifung, wie bereitwillig sie einlenkt. Die Beschleunigung aus den Kurven heraus war dabei phänomenal und aufgrund der linearen Leistungsentfaltung des E-Motors und dem Wegfallen eines Schaltvorgangs sowas von mühelos und unkompliziert. Die aufrechte Sitzposition ist komfortabel, lediglich die straffe Sitzbank könnte aus Sicht von Dagmar etwas weicher gepolstert sein. Ziel der kurzen Testfahrt war die Sophienalpe. Bei der Rückfahrt gab sich die J.Juan-Bremsanlage mit ABS von Bosch bergab keine Blöße und verzögerte auch vor den Spitzkehren aus höherer Geschwindigkeit einwandfrei.

ZUKUNFTSWEISEND BEI DESIGN UND TECHNIK

Die Zero FXE ist eine Weiterentwicklung der Supermoto FXS. Die augenscheinlichste Änderung fand beim jetzt futuristisch anmutenden Design statt. Entwickelt von der angesehenen Designschmiede Huge Design mit Sitz in San Francisco, beeindruckt vor allem die puristische Formensprache, die man so von Zero bisher nicht kannte. Sowohl Scheinwerfer als auch Rückleuchte sind mit LED-Technologie ausgerüstet. Die Anzeige des neuen TFT-Farb-Dashboards ist sehr aufgeräumt und damit übersichtlich gestaltet. Sie fügt sich damit sehr stimmig in das moderne Gesamtbild ein.

Der seitliche, große „7.2“-Schriftzug kann als angedeutete Startnummer gesehen werden. Sie gibt darüber Auskunft, dass ein 7,2 kWh Lithium-Ionen-Akku mit am Start ist, der den Z-Force 75-5 Elektromotor antreibt. Die netto nutzbare Batteriekapazität beträgt 6,3 kWh und soll der FXE laut Herstellerangabe in der Stadt eine Reichweite von 161 und kombiniert 106 Kilometern ermöglichen. Auf der kurzen Testfahrt von rund 50 Kilometern zeigte sich der zweite Wert als durchaus realistisch. Die Reichweite ist für Stadtfahrten, wie den täglichen Weg zur Arbeit oder auch eine genussvolle Ausfahrt danach, gut geeignet, für ausgiebige Motorradtouren aber nicht.

Geladen wird an der Haushaltssteckdose mit dem im Motorrad integrierten Bordladegerät. Die Standardladezeit von 0-95 Prozent beträgt 9,2 Stunden. Im Zeitalter von Schnellladestationen eine halbe Ewigkeit. Da der Akku nicht zu entnehmen ist, sollte man über eine Steckdose in der Garage verfügen. Immerhin kann die Ladezeit mit einem zusätzlichen Ladegerät auf praxistaugliche 3,6 Stunden reduziert werden. Mit weiteren Ladegeräten ist die Ladezeit sogar um bis zu 75 Prozent zu verringern.

ARMIN ELECTRIC CONCLUSIO

Die Zero FXE ZF 7.2 ist ein passendes Statement für unserer Zeit. Mit ihrer nahezu lautlosen und emissionsfreien Form von Mobilität ist sie die richtige Antwort auf unsere immer hektischer werdende Welt. Sie ermöglicht sowohl erfahrenen Motorradfahrern als auch Einsteigern (11 kW-Variante) einen unkomplizierten Start in die Welt der rein elektrisch angetriebenen Zweiräder. Aufgrund der etwas eingeschränkten Reichweite ist vor allem der urbane Raum ihr bevorzugtes Revier.

Der Preis für die Zero FXE liegt in Österreich aktuell bei 14.180 Euro (abzüglich E-Mobilitätsförderung). Dieser gilt sowohl für die 11kW-Variante mit einer Dauerleistung von 11 kW (15 PS) als auch für die „offene“ Version mit 15 kW (21 PS). Bei der Maximalleistung von 33 kW (44 PS) und dem Nutzdrehmoment von 106 Newtonmetern sind beide Varianten ident. Dies gilt auch für die Höchstgeschwindigkeit von 132 km/h. Für ein optionales Schnellladegerät sind zusätzlich stolze 825 Euro zu berappen. Alles in allem ist die FXE damit sicherlich kein Schnäppchen. Man erhält dafür jedoch ein umweltverträgliches Spaßgerät mit äußerst trendigem Design, das seinesgleichen sucht.

Text und Fotos: Armin Hoyer – arminelectric.com
Titelfoto: Dagmar Berger

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