5. Juni 2021 Armin Hoyer

Der höchste Berg Österreichs ruft | Saisoneröffnung Großglockner Hochalpenstraße

Armin on Ducati Monster Plus at Edelweissspitze | Photo: Armin Hoyer - arminonbike.com

Fusch an der Glocknerstraße | Salzburg – Da es mittlerweile zu einer liebgewonnenen Tradition geworden ist, fuhr ich auch heuer wieder wenige Tage nach Eröffnung der Großglockner Hochalpenstraße mit dem Motorrad hinauf zum wohl berühmtesten Berg Österreichs. Diesmal mit der neuen Ducati Monster Plus…

Die Schneeräumung der Großglockner Hochalpenstraße begann heuer am 19. April, am 12. Mai wurde sie für den Verkehr freigegeben. Für Zweiräder ging es Anfang Juni los. Die Auffahrt zum höchsten Berg Österreichs war für mich der krönende Abschluss des Tests der neuen Ducati Monster, die mir das Autohaus und Zweiradcenter Seiwald in St. Johann in Tirol zur Verfügung gestellt hatte (hier geht´s zum Testbericht…). Aufgrund der heuer sehr unsicheren Wetterlage hatte ich schon Tage davor alle Wetterprognosen aufmerksam verfolgt und dann einen herrlichen Tag erwischt.

VON DER KASSENSTELLE FERLEITEN AUF DIE EDELWEISSSPITZE

Über 48 Kilometer und 36 Kehren verläuft die Großglockner Hochalpenstraße durch die Bundesländer Salzburg und Kärnten. Ich startete zu Hause im Pillerseetal und fuhr über Saalfelden und Zell am See zum Beginn der Pannoramastraße kurz nach Fusch an der Glocknerstraße. Die im Jahr 1935 eröffnete Straße führt tief ins Zentrum des Nationalparks Hohe Tauern. Nach der Kassenstelle Ferleiten schlängelt sie sich mit starker Steigung in südlicher Richtung den Berg entlang. Nach den ersten Kehren fuhr ich bald vorbei am Hochmais auf 1.850 Metern. Nach insgesamt 14 Kehren hat man das Fuscher Törl erreicht. Kurz davor bog ich links ab und fuhr die schmale, gepflasterte Stichstraße hinauf zur Edelweißspitze. Vom höchsten Punkt der Alpenstraße auf 2.571 Metern bietet sich ein großartiger Ausblick auf 35 Dreitausender.

METERHOHE SCHNEEWÄNDE RUND UM DAS HOCHTOR

Wieder unten angelangt, ging es vorbei am Fuscher Törl, der Gedenkstätte für die während des Baus der Hochgebirgsstraße verunglückten Arbeiter. Nach kurzer Abfahrt hinunter zur Fuscher Lacke auf 2.262 Meter stieg die Straße wieder an in Richtung Hochtor. Links und rechts des Weges türmten sich immer höhere Schneewände auf, die eine Höhe von bis zu zwölf Metern erreichen können. Die Räumung der Straße im Frühjahr dauert jedes Jahr um die 25 Tage. Dabei kommen bereits seit 1953 die vom Erbauer der Großglockner Hochalpenstraße, Franz Wallack entwickelten Rotationspflüge zum Einsatz. Nach Kehre 17 hatte ich die Passhöhe Hochtor auf 2.504 Meter erreicht. Im dortigen Tunnel befindet sich die Grenze zwischen den Bundesländern Salzburg und Kärnten. Der nachfolgende Abschnitt bis zum Kreisverkehr ist aufgrund der Streckenführung mein Favorit. Die Kombination aus Kurven, Kehren und Geraden eignet sich bei trockenem Untergrund optimal zum Motorradtesten.

BLICK AUF DEN GROSSGLOCKNER

Beim Kreisverkehr bog ich dann rechts ab, um am Ende der acht Kilometer langen Stichstraße mein Ziel zu erreichen. Entlang der Strecke hatte ich immer wieder einen tollen Ausblick auf den Großglockner. Nach einer Pause im Glocknerhaus fuhr ich die Kehren vorbei am Naßfeldspeicher hinauf zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Dort angekommen bot sich mir ein eindrucksvoller Blick auf die Pasterze und den 3.798 Meter hohen Großglockner.

ARMIN ON BIKE CONCLUSIO

Die Großglockner Hochalpenstraße ist stets eine Reise wert. Auch nach mehrmaligem Befahren gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken. Die kurvenreiche Strecke mit den unzähligen Kehren und dem prachtvollen Ausblick ist ein Paradies nicht nur für Motorradfahrer. Lediglich kurz nach der Wintersperre ist an einem warmen Tag je nach Schneelage viel Schmelzwasser auf der Straße, das den Kurvenspaß etwas einschränken kann. Idealerweise befährt man die Gebirgsstraße unter der Woche, da wenig Verkehr den Genuss noch steigert. Das Tages-Ticket für Motorradfahrer kostet 27,50 Euro und kann auch online erworben werden. Der Preis ist sicherlich kein Schnäppchen. Bedenkt man jedoch den Aufwand für die jährliche Schneeräumung und die Erhaltung der Panoramastraße, ist dieser durchaus angemessen.

Text und Fotos: Armin Hoyer – arminonbike.com

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