4. März 2018 ARMIN ON BIKE

Scrambler DUCATI Test in Sardinien | Von Cagliari bis ins beeindruckende Museumsdorf San Sperate

ARMIN ON BIKE on Scrambler Ducati | Photo: Private

Cagliari | Sardinien – Von Francesco Usai, dem Präsidenten des DUCATI Sardinia DOC (Desmo Owners Club) dankenswerterweise organisiert, wurde mir von Giuseppe Vacca (Joe Cow Motos | Ducati Sardinien) an diesem Freitag im Jänner eine Scrambler Ducati zur Verfügung gestellt, um diese im Raum Cagliari, der Hauptstadt von Sardinien, testen zu können…

Bei meinem ersten Test im vergangenen Jahr in Oberösterreich konnten mich die Leistungsdaten und das damit verbundenen Fahrerlebnis der Scrambler Ducati noch nicht vollkommen überzeugen. Dies lag aber, glaub ich, daran, dass ich zu Beginn einen falschen Zugang zum Scrambler-Konzept von Ducati hatte. Hier geht es nicht um Beschleunigungswerte, Kurvengeschwindigkeiten und sonstige sportliche Attribute, sondern viel mehr um die Emotionen beim genussvollen Cruisen in schönen Gegenden. Dafür ist Sardinien ja bekanntlich prädestiniert – grins.

An diesem Tag war ich vom Wetter zwar nicht wie üblich verwöhnt worden, das kann im Jänner aber sogar mal in Sardinien vorkommen. Die Lufttemperatur war angenehm, die Wetterlage aber nicht ganz stabil. Daher hab ich zu Beginn das so edle, traditionelle und zugleich mit seinen Graffitis auch coole historische Zentrum von Cagliari (Stadtteil Castello) genutzt, um die fetzig gelbe Scrambler Ducati Classic 800 von Joe Cow Motos (einziger offizieller Ducati-Händler in Sardinien) ein wenig in Szene zu setzen.

Nach der Fotosession in der Via Giuseppe Mano, einer noblen Einkaufsstraße in der Altstadt von Cagliari, hab ich mich auf den Weg entlang der Küste in Richtung Villasimius gemacht. Bei einem kurzen Tankstopp beim sechsbeinigen Hund von Agip – grins, ist mir klar geworden, dass ich auf der Suche nach guten Testbedingungen in dieser Himmelsrichtung auf der falschen Fährte war. Dunkle Regenwolken zogen auf und so beschloss ich, mein Glück in die andere Richtung zu versuchen.

Also wieder retour Richtung Cagliari entlang des `Golfo di Cagliari´ und dem Hafen der Hauptstadt mit den eindrucksvollen, großen Fährschiffen. Die Scrambler Ducati war sehr angenehm zu fahren und bei genügend Drehzahl ist der luftgekühlte Zweizylinder mit 803 ccm und 73 PS auch einigermaßen flott zu bewegen. Mit meiner Monster 821 ist sie natürlich nicht zu vergleichen, aber wie schon eingangs gesagt, geht es hier mehr um das entspannte Cruisen. Die Sitzposition ist sehr komfortabel, das Fahrwerk auch auf Unebenheiten gut abgestimmt.

Ich erinnerte mich auf meinem Weg in Richtung Westen an Alessio, den ich vergangenen September am südlichen Ende der Costa Rei gemeinsam mit einer Freundin von ihm kennenlernen durfte. Wie ich waren die beiden mit dem Motorrad zum `Spaggia di Santa Giusta´ und `Scoglio di Peppino´ gekommen, um dort zu fotografieren und die Aussicht zu genießen. Alessio hat mich damals eingeladen seinen Heimatort San Sperate rund 20 Kilometer nordwestlich von Cagliari zu besuchen, da der Ort berühmt ist für seine Malereien an den Hauswänden und viele weitere Kunstwerke.

San Sperate wird auch als `Museumsdorf´ bezeichnet, da hier an nahezu jeder Hauswand ein Kunstwerk zu sehen ist. Viele namhafte Künstler verewigten sich seit Ende der 60er Jahre. Noch heute ist dort der bedeutende, einheimische Künstlernachwuchs im Bereich Bildhauerei, Malerei und Keramik sehr aktiv. Mehr als 200 Wandmalereien zieren das Dorf, wovon ich mich bei einer Rundfahrt mit Alessio durch das Dorf überzeugen durfte. Dabei zeigte er mir laufend neue Kunstwerke, von denen ich immer wieder von neuem erstaunt und begeistert war.

Von San Sperate aus war von weitem zu sehen, dass in Cagliari ein starker Regen niedergegangen war. Da dieser aber, wie aus meiner Erfahrung meistens hier, nicht lange andauerte, konnte ich mich wieder auf den Weg zurück nach Cagliari machen, ohne dabei die wasserabweisenden Fähigkeiten meiner Rokker Motorrad-Jeans testen zu müssen – grins. Mit meiner Spidi H2Out Jacke wäre ich sowieso wasserdicht unterwegs gewesen.

Rechtzeitig vor Geschäftsschluss traf ich bei Joe Cow Motos (Ducati Cagliari) wieder ein, um meine Scrambler Ducati zurückzugeben. Mittlerweile war es schon dunkel geworden. Ich wurde von Giuseppe und seinem Team freundlich empfangen und nach einigem Fachsimpeln, Schmähführen und Erfahrungsaustausch war ein wieder sehr erfüllter und erfolgreicher Tag mit meinen Freunden in Sardinien zu Ende gegangen.

Zum Abschluss noch ein Video, dass Euch zeigt, wie ich mit der Scrambler Ducati die sehr enge und beeindruckende Via Alberto Lamarmora in Cagliari im Stadtteil Castello Richtung Hafen hinunterrolle. Viel Freude beim Schauen und bis bald aus Cagliari!

Text, Fotos und Video: Armin Hoyer – arminonbike.com

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