6. Juli 2023 Armin Hoyer

Großglockner wir kommen | E-SUV Volvo XC40 Recharge Pure Electric im Test

Volvo XC40 Recharge Pure Electric in front of Fuschertörl | Photo: Armin Hoyer

Salzburg | Kärnten | Tirol – Wenn es hinauf zum höchsten Berg Österreichs geht, ist das jedes Mal ein außergewöhnliches Erlebnis für mich. Heuer durfte ich meine Saison auf der Großglockner Hochalpenstraße mit dem vollelektrischen Volvo XC40 Recharge Pure Electric eröffnen. Insgesamt war ich zwei Wochen lang mit dem rein elektrisch angetriebenen Kompakt-SUV unterwegs…

Höhepunkt meines Tests war zweifelsohne die Fahrt auf der wohl berühmtesten Panoramastraße Österreichs. Der Ausflug hatte vorrangig zwei Gründe: Zum einen wollte ich mir ansehen, wie weit der Ausbau der Ladeinfrastruktur bereits fortgeschritten ist, zum anderen die Performance des Volvo XC40 Pure Electric in der Version mit Vorderradantrieb und der Basismotorisierung mit 170 kW (231 PS) unter die Lupe nehmen. Wie jedes Mal auf der Großglockner Hochalpenstraße kam ich dabei in den Genuss der immer wieder beeindruckenden Bergkulisse. Ein Blick durch das Panorama-Glasschiebedach des Schweden-Stromers auf den majestätischen Großglockner erwies sich diesmal als besonders reizvoll.

LADEINFRASTRUKTUR STARK AUSGEBAUT

Seit meinem letzten Besuch auf der Panoramastraße hat sich einiges getan. Die Ladeinfrastruktur entlang der Großglockner Hochalpenstraße wurde stark ausgebaut. Die Ende letzten Jahres errichteten Ladestationen sind seit Mai in Betrieb. Von Norden her kommend befindet sich der erste neu errichtete Ladepark beim Römerhof in Fusch an der Glocknerstraße. Am Parkplatz neben dem Hotel stehen sechs Ladepunkte zur Verfügung. Zwei davon sind Schnelllader mit bis zu 120 kW Ladeleistung, die restlichen liefern bis zu 22 kW. Wenige Kilometer danach befindet sich direkt an der Kassenstelle Ferleiten ein weiterer Fast Charger mit zweimal 120 kW. Bezahlt werden kann ganz unkompliziert mit Bankomat- oder Kreditkarte sowie allen gängigen Ladekarten. Es gibt entlang der Straße aber auch einige kostenlose Ladestationen (22 kW), wie zum Beispiel die von mir getestete beim Gasthaus Schöneck.

RAUF ZUM FUSCHERTÖRL

Der kraftvolle Elektroantrieb und die sportliche Fahrwerksabstimmung erlaubten mir eine ambitionierte Fahrt hinauf zum Glockner-Restaurant Fuschertörl auf 2.430 Metern Seehöhe. Hohe Kurvengeschwindigkeiten waren möglich ohne dabei Komforteinbußen hinnehmen zu müssen. Der im Alltag bis dahin vollkommen unauffällige Vorderradantrieb zeigte auf der Bergstraße seine Schwächen. Kraftvolles Beschleunigen aus den Kehren heraus quittierte der Stromer mit dem Dauereinsatz der Antischlupfregelung und leicht durchdrehenden Rädern. Frontantrieb und viel Drehmoment vertragen sich eben nicht so gut. So war es sicherlich eine gute Entscheidung von Volvo, den Antriebsstrang des Modelljahrs 2024 auf Hinterradantrieb umzustellen. Am Weg hinauf besuchte ich im Haus Alpine Naturschau eine Ausstellung zum Thema alpine Ökologie – eine von zahlreichen Möglichkeiten entlang der Straße interessante Informationen zu sammeln.

GASTRONOMISCH GIBT ES EIN NEUES HIGHLIGHT

Der legendäre Ferry Porsche hat früher die Autos von Gmünd kommend auf der Großglockner Hochalpenstraße getestet. So hat er auch Zell am See entdeckt, wo das Porsche Design Studio gegründet wurde. In Fortsetzung dieser Tradition hat sein Enkel Ferdinand Porsche das Restaurant und Café „F.A.T. Mankei“ direkt neben der Fuscher Lacke auf 2.262 Metern Seehöhe eröffnet. Neben dem Hauptgebäude befindet sich ein moderner Pavillon, der als Ausstellungsraum für laufend wechselnde Fahrzeuge genutzt wird. Immer wieder finden auch Veranstaltungen für Autoliebhaber am Areal statt. Gegenüber befindet sich ein weiterer Ladepark mit sechs Ladepunkten, bei dem während einer Pause im F.A.T. Mankei auch die Batterien der E-Fahrzeuge wieder aufgeladen werden können.

STILVOLLE INNENAUSSTATTUNG

Volvo Car Austria stellte mir das Testfahrzeug Volvo XC40 Pure Electric mit dem Premium-Ausstattungspaket „Ultimate“ in der Farbe „Fjord Blue Metallic“ zur Verfügung. Im Innenraum dominieren hochwertige Materialen, die einwandfrei verarbeitet sind. Das zentrale Touchscreen ist optisch gut integriert und mit einer Größe von neun Zoll vollkommen ausreichend dimensioniert. Auch die dezent gestalteten digitalen Instrumente passen gut zum edlen Erscheinungbild des Schweden. Sehr gut gefallen hat mir auch das komfortable Glasschiebedach mit dem stufenlos einstellbaren Sonnenschutz. Lediglich die Bedienung mittels Wischen war anfänglich etwas tricky.

BATTERIE, REICHWEITE UND LADEN

Im elektrischen XC40 mit Frontantrieb ist eine Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie mit einer Speicherkapazität von 69 kWh brutto (67 kWh netto) eingebaut. Laut Werksangabe beträgt der Verbrauch mit den 20-Zoll-Rädern des Testfahrzeugs 19,7 kWh/100 km und die Reichweite etwas mehr als 400 Kilometer. Im Test ohne Autobahn gab sich der Elektro-Schwede mit knapp 17 kWh/100 km zufrieden. Die Reichweite lag bei rund 400 Kilometern. Das sogenannte „One Pedal Driving“ macht Fahren nahezu ohne Bremspedal möglich. Runter vom Großglockner empfand ich das als sehr angenehm und konnte vom Fuschertörl bis Fusch an der Glocknerstraße laut Anzeige 50 Kilometer Reichweite rekuperieren. Im Alltagsbetrieb war die Verzögerung für meinen Geschmack aber etwas zu stark. Hier wäre eine Einstellmöglichkeit wünschenswert. Mit Gleichstrom konnte ich eine maximale Ladeleistung von 136 kW erzielen und dabei in knapp 27 Minuten von 13 auf 80 Prozent SoC aufladen.

ARMIN ELECTRIC CONCLUSIO

Der Volvo XC40 Recharge Pure Electric ist mir während meines zweiwöchigen Tests und knapp 1.000 zurückgelegten Kilometern richtig ans Herz gewachsen. Ein rundum gelungenes Elektrofahrzeug, das mit hoher Alltagstauglichkeit punktet. Vom großzügigen Raumangebot, der vollkommen ausreichenden Reichweite und den kurzen Ladezeiten bis hin zur hohen Qualitätsanmutung und dem zeitlosem Design hat es an nichts gefehlt. Daher sind 58.210 Euro ein durchaus angemessener Preis für das vollausgestattete Testfahrzeug.

Text und Fotos: Armin Hoyer – arminelectric.com

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